VFS Rödermark sitzt auf dem Trockenen

Seitdem im März 2020 durch die Bundesregierung der sog. Lockdown ausgerufen wurde, tut sich auch im Rödermärker Badehaus nichts mehr.

Haben Bäderschließungen in den letzten Jahren die unliebsame Folge, dass immer weniger Kinder im Sportunterricht schwimmen lernen, so konnte sich die Stadt Rödermark bislang glücklich schätzen, durch Schwimmunterricht in Schulen und Kindergärten, eigene Schwimmkurse, aber vor allem auch durch die Angebote des DLRG und des Schwimmsportvereins VFS Rödermark den jüngsten Kindern in Rödermark das Element Wasser näher zu bringen. Doch hiermit sieht es in diesem Jahr gerade schlecht aus.

Der VFS mit fast 500 Aktiven kann voraussichtlich in diesem Jahr seinen gemeinnützigen Auftrag, bereits frühzeitig Kindern das Schwimmen beizubringen und damit seinen Beitrag zur Verringerung von Badeunfällen zu leisten, nicht oder nur in sehr eingeschränktem Maße erfüllen.

„Wir sitzen buchstäblich auf dem Trockenen“, so Matthias Schickedanz, Mitglied des Vorstands und Corona Beauftragter des Vereins.
„Zwar wurden durch das Hessische Innenministerium bereits zum 09.05.2020 die Schwimmbäder zum Trainingsbetrieb wieder freigegeben und seit dem 15.06.2020 sind auch die Freibäder für die Öffentlichkeit geöffnet“ sagt Herr Schickedanz, „aber wir haben im Moment nur in Offenbach die Gelegenheit, unsere Aufbau- und Leistungsgruppen im Wasser zu trainieren.“

Für alle anderen Gruppen sucht der VFS seit Anfang Mai Möglichkeiten, seine Mitglieder ins Wasser zu bekommen. Alle umliegenden Schwimmbäder in Dieburg, Dreieich, Langen, Babenhausen und Neu-Isenburg geben ausschließlich ihren eigenen Vereinen die Möglichkeit zu trainieren, oder öffnen gar nicht erst wie in Dietzenbach oder Heusenstamm.

In der vorletzten Woche fand ein Treffen der Stadt Rödermark mit allen Vereinen statt, die das Badehaus nutzen. In diesem Treffen wurde mitgeteilt, dass aufgrund der vorgezogenen Wartungsarbeiten das Badehaus bis Mitte/Ende August 2020 geschlossen bleiben wird. Danach wird entschieden, ob das Bad für die Öffentlichkeit und / oder die Vereine geöffnet wird.
Bei einer solchen Öffnung gelten strenge Hygieneregeln mit massiven Einschränkungen der Personenzahlen bei gleichbleibender Vergabe von Trainingszeiten.
Die Vereine müssen vor und nach dem Training außerdem innerhalb der Trainingszeit Spinde, Türklinken, Bänke, Handläufe etc. desinfizieren.

Hatte der VFS bislang an einem normalen Trainingstag bis zu 40 Kinder oder Erwachsene in einer Stunde im Schwimmerbereich des Badehauses im Wasser, werden es zukünftig gerade einmal 16 Personen sein. Auch wird man nicht zeitgleich mit den anderen Vereinen trainieren können.

Dramatisch ist auch die Situation für die Jüngsten.
Der VFS bietet bereits seit vielen Jahren erfolgreich Wassergewöhnungskurse und Schwimmschulen für Kinder ab 4 Jahren an, um diesen die Angst vorm Wasser zu nehmen und die Voraussetzung für ein erfolgreiches Schwimmen lernen zu schaffen. Anfang des Jahres haben fast 100 Kinder diese Kurse begonnen.

Gerade diese Altersgruppe startet zunächst im Nichtschwimmerbecken in einer Gruppengröße von 10-12 Kindern mit gleichzeitig drei Trainern. Zukünftig dürfen nur noch 8 Personen inkl. Trainer in diesem Becken sein . „Unsere bereits lange Warteliste für den Nachwuchs werden wir in diesem Jahr nicht mehr abarbeiten können.“, warnt Herr Schickedanz. Aus heutiger Sicht müssen diese Kurse des VFS aufgrund der Hygieneregeln wahrscheinlich ganz abgesagt werden. Damit wird man den Bedürfnissen der Kleinsten leider nicht gerecht, und der Mangel an Schwimmausbildung wird sich in den Folgejahren auswirken.

Da die aktuellen Hessischen Corona-Verordnungen und der Leitfaden des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) mittlerweile weniger strenge Auflagen erlauben, erhofft sich der VFS in Zusammenarbeit mit der Stadt und den anderen Vereinen eine Lösung, die allen Schwimmsporttreibenden unter den Maßgaben der aktuellen Verordnungen bald wieder die Ausübung ihres Sports im Badehaus mit angemessenen Einschränkungen möglich macht.

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